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Technology eats Culture for Breakfast

Woran messen wir eigentlich, ob unsere Gesellschaft mit der Digitalisierung noch mit kommt? Ich meine damit nicht die Ausstattung mit technologischer Hardware oder Infrastruktur, sondern das Mindset, die Bereitschaft sich zu wandeln und vor allem

GaudiLab / Shutterstock.com

Woran messen wir eigentlich, ob unsere Gesellschaft mit der Digitalisierung noch mit kommt? Ich meine damit nicht die Ausstattung mit technologischer Hardware oder Infrastruktur, sondern das Mindset, die Bereitschaft sich zu wandeln und vor allem das Verständnis dafür, warum man das tun sollte. In den letzten 25 Jahren hat sich derart viel verändert, dass kaum ein Lebensbereich unangetastet blieb.

Viele dieser Entwicklungen, vor allem die früheren, waren für die meisten Menschen gut nachvollziehbar. Ein Handy? Klar, damit bin ich auch mobil erreichbar. Ein Computer? Ja, der hilft mir bei meiner Arbeit tatsächlich weiter. Ein Navigationsgerät? Super, endlich keine umständlichen Faltkarten mehr. Ihr versteht, was ich meine?

Wir kommen nun allerdings an einen Punkt, an dem sich digitale Technologie so schnell weiterentwickelt, dass ich das Gefühl habe, dass viele von uns nicht mehr so recht mitkommen. Nicht weil sie es nicht wollen, sondern weil ihnen niemand so recht erklärt, warum sie es machen sollten und was es ihnen bringt.

Wir leben in einem Zeitalter, in dem wir auf der einen Seite die Extrem-Digitalen haben und auf der anderen Seite diejenigen, die die Grundsätze schon verstanden haben, aber nun Gefahr laufen, auf dem weiteren Weg hängen zu bleiben. Nur die wenigsten davon streuben sich in ihrem Innersten grundsätzlich gegen Veränderung – ich bin überzeugt davon, dass man jeden von ihnen mit auf die Reise nehmen kann, wenn man ihnen den Sinn wirklich erklärt und individuell aufzeigt.

Wir Geeks brauchen das nicht. Das ist klar. Wir rennen jeder neuen Entwicklung hinterher nur weil sie neu ist – einen Sinn muss uns da erstmal niemand erklären. Wir sind aber nicht die Gesamtheit der Gesellschaft und auch nicht ihr Idealbild – auch wenn wir das immer mal wieder gerne so sehen. Wir sind Botschafter, die aus all dem Hype den Sinn erkennen und kommunizieren müssen. Vor allem in großen Unternehmen geschieht das immer noch viel zu selten – das wird uns in den kommenden Jahren noch deutlicher werden.

Es ist eine Frage von Kulturveränderung und nicht mehr so sehr von technologischer Entwicklung. Wir sind an einem Punkt, an dem Technologie immer in der Lage sein wird, der kulturellen Entwicklung davon zu rennen. Die technologische Entwicklung wird allerdings definitiv nicht langsamer werden – im Gegenteil. Wir müssen deshalb aufpassen, dass sie der kulturellen nicht noch schneller den Rang abläuft.


Fotoquelle: GaudiLab / Shutterstock.com

Daniel Fürg absolvierte eine Ausbildung beim Bayerischen Rundfunk und bildete sich an der Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing zum Kommunikationswirt fort. Er gründete verschiedene Onlinemedien, wie zum Beispiel MUNICH's BEST, 100SINS oder Social Secrets und arbeitete unter anderem für den Bayerischen Rundfunk, die Finanzsparte von Siemens, die Sana Kliniken AG und die MAROundPARTNER GmbH. Als Geschäftsführender Gesellschafter von Fürg Media berät er heute Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung ganzheitlicher Kommunikationsstrategien. Daniel Fürg engagiert sich außerdem aktiv als Mitglied des Vorstands im Internationalen PresseClub München e.V. und ist Initiator der Digital Future Conference 48forward.

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  • http://itst.net/ Sascha A. Carlin

    Denke, das ist eher ein Problem der Perspektive. Ich zitiere immer wieder gerne Douglas Adams. Siehe „How to Stop Worrying and Learn to Love the Internet“, 1999 – http://www.douglasadams.com/dna/19990901-00-a.html

    „1) everything that’s already in the world when you’re born is just normal;

    2) anything that gets invented between then and before you turn thirty is incredibly exciting and creative and with any luck you can make a career out of it;

    3) anything that gets invented after you’re thirty is against the natural order of things and the beginning of the end of civilisation as we know it until it’s been around for about ten years when it gradually turns out to be alright really.“