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Interview: Valentin Stalf über NUMBER26

Das Berliner Startup NUMBER26 hat sich zum Ziel gesetzt, die Finanzbranche zu revolutionieren. Eigenen Angaben zufolge bietet man derzeit Europas modernstes Girokonto für Privatkunden an und hat große Pläne für die Zukunft. Wir haben mit

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Das Berliner Startup NUMBER26 hat sich zum Ziel gesetzt, die Finanzbranche zu revolutionieren. Eigenen Angaben zufolge bietet man derzeit Europas modernstes Girokonto für Privatkunden an und hat große Pläne für die Zukunft. Wir haben mit Valentin Stalf, CEO und zugleich einer der Co-Founder von NUMBER26, gesprochen.

Bankenkrisen und Skandale haben die Finanzbranche in den vergangenen Jahren geprägt. Wie kommt man in solchen Zeiten auf die Idee ein Projekt wie NUMBER26 zu starten?

Die Branche ist total verschlafen, die Angebote für Kunden schlecht und einfach nicht mehr zeitgemäß. Viele, vor allem jüngere Kunden, sind frustriert mit den veralteten Systemen und auf der Suche nach einer Lösung, die einfach ist. Da herkömmliche Banken die Digitalisierung und den Sprung aufs Smartphone nicht geschafft haben, sind Deutschland und Europa reif für einen neuen Ansatz im Banking. Alte Banken, hohe Kosten, frustrierte Kunden – eigentlich gibt es keinen besseren Zeitpunkt, um die Bankenwelt zu revolutionieren.

Hat Dich die Finanzbranche an sich schon immer fasziniert oder wie bist Du in das Thema hineingerutscht?

Während meines Studiums habe ich die Finanzbranche eher von der traditionellen Seite kennengelernt mich aber schlussendlich dazu entschieden in die Startup-Branche zu gehen. Nach Stationen bei Payleven (Kartenzahlungen über das iPhone) und Paymill (Online Payments), war mir klar es wird Zeit ein eigenes Unternehmen in der Finanzbranche zu gründen.

Mit Papayer, einer Kreditkarte für Teenager, habt Ihr ursprünglich angefangen, bevor Ihr die Grundidee dann zu NUMBER26 umgewandelt habt. Wie kam es zu diesem Switch?

Als wir vor ein paar Jahren mit Papayer gestartet sind, haben wir schnell gemerkt, dass die Nachfrage besonders hoch bei den Eltern war, die das Produkt für sich selbst genutzt haben. Unzählige Kunden, Bekannte und Freunde sind auf uns zugekommen mit der Frage: „Warum macht ihr das nicht auch für Erwachsene?“ Es war daher ein logischer Schritt nicht nur die Nische zu bedienen sondern den gesamten Markt. Das großartige Feedback auf den Launch von NUMBER26 bestätigt jetzt unsere Entscheidung: Die Leute sind offensichtlich mit den Online­-Angeboten der traditionellen Banken nicht zufrieden und anstatt nur ein weiteres Bankprodukt anzubieten, gehen wir nun direkt in Konkurrenz mit den Banken.

Mit welchen Schwierigkeiten hattet Ihr bei der Konzeption von NUMBER26 zu kämpfen? Wie konntet Ihr diese aus dem Weg räumen?

Bei der Gründung eines Fintech Startups stößt man auf viele regulatorische Herausforderungen. Auch die Komplexität der Wertschöpfungskette ist nicht zu unterschätzen. Da gilt es, die richtigen Partner mit dem entsprechenden Know­how zu finden, mit einem tollen Team haben wir auch diese Hürden gemeistert.

Was unterscheidet ein NUMBER26­Konto von einem normalen Girokonto?

Mit NUMBER26 haben wir Banking von Grund auf neu gestaltet, schnell und zeitgemäß. Ohne Termin und Papierkram dauert die Kontoeröffnung nur rund acht Minuten. Unsere App ist intuitiv. Geld kann man in Echtzeit per SMS oder E­-Mail an Freunde schicken – egal, bei welcher Bank sie Kunde sind. Transaktionen werden automatisch kategorisiert, damit man einfach den Überblick über seine Ausgaben behält. Es entstehen keine Kosten beim Geldabheben. Wenn man seine Karte verliert, kann man sie direkt auf seinem Handy selber sperren, ohne mühsam in der Warteschleife zu hängen. NUMBER26 findet dort statt, wo der Kunde sich bewegt, und zwar auf dem Smartphone.

Welche Vorteile bietet NUMBER26 seinen Kunden?

Wir machen Banking einfacher, moderner und sicherer. Banking mit NUMBER26 ist zeitgemäß und für die Ansprüchen der „Generation-­Smartphone“ optimiert. NUMBER26 ist weitgehend automatisiert – das spart viel Zeit und Nerven.

Für wen ist NUMBER26 geeignet?

Unser Girokonto ist für jeden Smartphone­-Nutzer geeignet – Banking wie es sein sollte. Wir sehen, dass wir vor allem bei Kunden zwischen 18-­35 besonders gut ankommen, aber auch zunehmend ältere Personen NUMBER26 verwenden. Selbst im Ausland ist NUMBER26 kostenlos nutzbar und somit auch für Vielreisende eine bequeme Option. Wir sind für jeden geeignet, der transparentes Banking sucht – nicht umsonst ist unsere Karte durchsichtig.

Das Konto ist komplett kostenlos, auch Abhebungen klappen weltweit ohne Gebühren. Wie verdient Ihr dabei Geld?

Wir haben zwei Quellen, aus denen wir Einnahmen generieren. Wir verdienen bei jeder Kartentransaktion mit der NUMBER26 Mastercard einen kleinen Betrag, der nicht vom Kunden, sondern vom Händler übernommen wird. Zusätzlich verdienen wir an den Einlagen, die bei unserer Partnerbank, der Wirecard Bank AG, angelegt sind, eine kleine Provision an den Zinserträgen.

Die Einrichtung des Kontos ist komplett über die App möglich und soll nur acht Minuten lang dauern. Wie gewährleistet Ihr dabei die Sicherheit?

Die Kontoeröffnung bei uns ist die schnellste Europas. Die Identität wird per Videotelefonat verifiziert. Dafür braucht es weder schriftliche Unterlagen noch einen Termin – nur einen Ausweis. Dieser Prozess ist in unseren Augen deutlich sicherer als das bisher gängige PostIdent verfahren und darüber hinaus noch angenehmer und schneller.

Maximilian Tayenthal und Valentin Stalf

Maximilian Tayenthal und Valentin Stalf

Habt Ihr bereits einen Überblick darüber, wie Eure Nutzerstruktur aussieht? Sind das eher jüngere Kunden oder verteilt sich das quer durch die Gesellschaft?

Momentan bedienen wir hauptsächlich jüngere Kunden zwischen 18­-35 Jahren. Natürlich sind viele unserer Kunden Digital Natives. Wir sehen allerdings schon jetzt, dass einige Kunden durchaus älter sind.

Wie sehen die Zukunftspläne für NUMBER26 aus? Welche Funktionen/Angebote/Dienstleistungen stehen bei Euch in der Pipeline?

Wir arbeiten derzeit an einer Möglichkeit, dass unsere Kunden demnächst auch Bargeld einzahlen können. Eine Karte mit EC-Funktion ist auch in Überlegung, mit dieser soll man in Zukunft dann auch per NFC, also kontaktlos zahlen können.

Wir wollen die erste wirklich europäische Bank werden. Grenzen in Europa sollte es auch im Banking nicht mehr geben.

Daniel Fürg absolvierte eine Ausbildung beim Bayerischen Rundfunk und bildete sich an der Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing zum Kommunikationswirt fort. Er gründete verschiedene Onlinemedien, wie zum Beispiel MUNICH's BEST, 100SINS oder Social Secrets und arbeitete unter anderem für den Bayerischen Rundfunk, die Finanzsparte von Siemens, die Sana Kliniken AG und die MAROundPARTNER GmbH. Als Geschäftsführender Gesellschafter von Fürg Media berät er heute Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung ganzheitlicher Kommunikationsstrategien. Daniel Fürg engagiert sich außerdem aktiv als Mitglied des Vorstands im Internationalen PresseClub München e.V. und ist Initiator der Digital Future Conference 48forward.

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