Home / Meinungen  / Warum es bald keine Social Media Manager mehr geben wird

Warum es bald keine Social Media Manager mehr geben wird

Ich weiß, die Headline ist ein wenig reißerisch und dürfte bei dem ein oder anderen Leser für Aufregung oder gar Unverständnis sorgen. Die Aussage dahinter ist mir aber dennoch sehr wichtig und ohnehin ist die

Photodune / Ollyi

Ich weiß, die Headline ist ein wenig reißerisch und dürfte bei dem ein oder anderen Leser für Aufregung oder gar Unverständnis sorgen. Die Aussage dahinter ist mir aber dennoch sehr wichtig und ohnehin ist die Entwicklung, die ich im Folgenden aufzeigen möchte, eine zugleich wichtige und positive. Social Media Manager in ihrem heutigen Verständnis werden wir in wenigen Jahren in keinem Unternehmen mehr finden. Social Media kann nicht mehr für sich alleine stehen – auch nicht personell.

Was Unternehmen etablieren sollten, wenn sie mit der Evolution der digitalen Kommunikation und des digitalen Marketings mithalten möchten, sind Digital Media Manager. Ich weiß, auf den ersten Blick ändert sich hier nur ein Wort, doch die Verantwortung und das Aufgabenfeld ist ein ganz anderes als die des Social Media Managers. Im Fokus des neuen Aufgabenverständnisses: Ein ganzheitliches Verständnis der zu entwickelnden oder zu adaptierenden Strategien, die über alle digitalen Kanäle hinweg greifen müssen.

Gerade in digitalen Medien ist die Vernetzung der Aktivitäten in Kommunikation und Marketing wichtiger als je zuvor. Die meisten Unternehmen sind davon aber noch meilenweit entfernt, haben gerade erst verstanden, dass sie sich mit Social Media beschäftigen sollten. Schlimmer noch: Blenden wir die Großunternehmen aus und blicken auf den Mittelstand, ist vielerorts bis heute nicht klar, wo die Verantwortlichkeiten für Social Media überhaupt liegen sollten.

Damit sind wir auch schon beim nächsten Problem: Das Zusammenspiel von Marketing und Kommunikation. Beide Parteien beanspruchen die Hoheit in digitalen Medien für sich und das obwohl es in diesen für viele Unternehmen noch recht neuen Kanälen meist keine klare Trennung der Verantwortlichkeiten geben kann. Der Digital Media Manager muss deshalb eine interdisziplinäre Einheit sein, eine Schnittstelle, die digitale Kompetenzen in beiden Bereichen vorweisen und diese zusammenführen kann.

Der Digital Media Manager benötigt außerdem ein eigenes Budget, das in seiner Verantwortung liegt. Seine Aufgaben müssen gleichberechtigt auf der gleichen Ebene etabliert werden, wie es die klassischen Marketing- und Kommunikationseinheiten heute sind. Es kann nicht sein, dass klassisch orientierte Einheiten ohne Digital-Know-How bis heute darüber entscheiden, welche Aktivitäten sinnvoll sind und welche nicht berücksichtigt werden. Entscheidungen für digitale Marketing- oder Kommunikationsaktivitäten müssen auf Grundlage valider fachlicher Begründungen getroffen werden und nicht auf Basis persönlicher Budgetinteressen.

In den kommenden Jahren werden Unternehmen nicht mehr ohne Digital Media Manager auskommen, wenn sie mit der Entwicklung in Kommunikation und Marketing mithalten möchten. Der digitale Anteil dieser Disziplinen wird immer größer und es wird immer wichtiger, dass Kommunikation und Marketing in der Gesamtschau und nicht einzeln, geprägt von den Interessen der jeweils am Steuer sitzenden Abteilung, betrachtet werden. In der gegenwärtigen Situation bremsen sich die meisten Unternehmen immer noch selbst aus und das könnte schon bald fatale Folgen haben.

Daniel Fürg absolvierte eine Ausbildung beim Bayerischen Rundfunk und bildete sich an der Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing zum Kommunikationswirt fort. Er gründete verschiedene Onlinemedien, wie zum Beispiel MUNICH's BEST, 100SINS oder Social Secrets und arbeitete unter anderem für den Bayerischen Rundfunk, die Finanzsparte von Siemens, die Sana Kliniken AG und die MAROundPARTNER GmbH. Als Geschäftsführender Gesellschafter von Fürg Media berät er heute Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung ganzheitlicher Kommunikationsstrategien. Daniel Fürg engagiert sich außerdem aktiv als Mitglied des Vorstands im Internationalen PresseClub München e.V. und ist Initiator der Digital Future Conference 48forward.

Review overview
  • http://www.42medien.de ripanti

    Da bin ich 200% bei Dir lieber Daniel

  • http://www.sabrinasailer.de Sabrina Sailer

    word.

    Wann genau das Unternehmen erkennen, ist eine spannende Ergänzungsfrage. Als freier Texter ist es für mich manchmal haarsträubend zu erleben, wie Marketing, Community Management und Content Arbeit (künstlich) getrennt werden.

  • miss_assmann

    Ich sehe das auch so. Allerdings verstehe ich nicht, wo deine Abgrenzung zum Social Media Manager liegt. Für mich ist das der gleiche Job, bloß unter anderem Namen.

    • Daniel Fürg

      Ich denke schon, dass es ein großer Unterschied ist, ob sich ein Social Media Manager nur mit Social-Media-Kanälen beschäftigt oder ein Digital Media Manager für alle digitalen Kommunikations- und Marketingaktivitäten in allen digitalen Kanälen verantwortlich ist.

  • Mike Holzhey

    Die meisten Unternehmen müssen erstmal mit Social Media klar kommen und verstehen. Zudem müssen sie die Wichtigkeit erkennen. Es gibt wenige Unternehmen die überhaupt soweit sind, dass sie „digital“ weit denken. Aber ansonsten sehe ich es genauso und so muss es auch sein um sich in der digitalen Welt zu behaupten.

  • Pingback: Die Links aus dem Social Media Newsletter von heute (6.10.2014) - socialmedianewsletter.de()

  • Chrissi B.

    Die Differenzierung zwischen Social Media Manager und Digital Media Manager wird mir ebenfalls nicht ganz klar.
    Der Hase liegt meiner Meinung nach woanders im Pfeffer: Anders als hier beschrieben, ist Social Media wesentlich mehr als Marketing und Kommunikation. Social Media bietet Mehrwert, sowohl für F&E, Sales, Service als auch für Finance, etc. Das sollte grundsätzlich erkannt werden und in der Verantwortung eines SoMe Managers/Teams liegen.

  • Pingback: Warum es bald keine Social Media Manager mehr g...()

  • Klaus

    Szenario verstanden. Aber ohne die richtige Software geht das wohl nicht!

    • Gerrit Müller

      Das finden wir auch, vielleicht hast du ja Lust unseren Ansatz der Verknüfung von Kommunikation und (Social Media) Maketing anzusehen: http://www.247grad-connect.com

  • http://www.socialmesocialu.wordpress.com Sabine Hüttner

    Ich bin in einem mittelständischen Unternehmen als „Social Media Managerin“ tätig. Ich schreibe es jetzt mal absichtlich in Anführungszeichen, denn wie du auch schon in deinem Artikel schreibst, ist eben gerade die Verknüpfung aller digitalen Kanäle wichtig – und darum bemühe ich mich. Man sollte Social Media nicht als eigenständige Herausforderung sehen, sondern als Teil eines Marketing-Konzepts, das ohne das eine oder andere nicht vollständig ist. Viele Unternehmen müssen aber erst einmal die Verknüpfung von online und offline sauber hinbekommen. 😉
    Dass ein Social – oder auch dann ein Digital – Media Manager personell nicht allein dastehen sollte, sehe ich etwas zwiegespalten. Es kommt auf das Unternehmen an. Ich bin hier auch allein tätig und es funktioniert gut. Es kommt dabei auf die Ressourcen an. Natürlich ist es grundlegend besser, ein Team aufzustellen, doch viele – gerade auch mittelständische Unternehmen – können sich das nicht leisten.
    Wichtig ist aber auf jeden Fall, dass das Verständnis für die Wichtigkeit der digitalen Kanäle für heutzutage jedes Unternehmen nicht nur beim Manager, sondern auch bei allen anderen Angestellten ankommt.

    So, das wars erstmal. :) LG, Bine von socialmesocialu

  • Pingback: Warum es bald keine Social Media Manager mehr g...()

  • Nina

    Schöne heile Welt. Ich bin gespannt, ob es wirklich realistisch ist, dass jemand in allen Teildisziplinen des digital Marketings so fachkompetent ist, dass man ihm oder ihr die gesamte Budgetverantwortung überträgt.
    Jemand der sich sicher in der Strategischen Steuerung der SEA-Aktivitäten bewegt, eine Trading/RTA-Strategie beurteilen kann, etwas von Branding und Kooperationsgeschäft versteht, Fachmann für Social ist, E-Mail, Landingpages, Data, Content….

    Schöne heile Welt. Ich bin gespannt, ob es wirklich realistisch ist, dass jemand in allen Teildisziplinen des digital Marketings so fachkompetent ist, dass man ihm oder ihr die gesamte Budgetverantwortung überträgt.
    Jemand der sich sicher in der Strategischen Steuerung der SEA-Aktivitäten bewegt, eine Trading/RTA-Strategie beurteilen kann, etwas von Branding und Kooperationsgeschäft versteht, Fachmann für Social ist, E-Mail, Landingpages, Data, Content….

  • Pingback: Meistgeklickte Links aus dem Social Media Newsletter (KW 41 – 2014) - socialmedianewsletter.de()

  • Pingback: Gedankenspiele-Lesetipps vom 17.10.2014 | GEDANKENSPIELE by Dominik Ruisinger()

  • Pingback: Zukunft Social Media? Eine Vision. | GEDANKENSPIELE by Dominik Ruisinger()