Home / Meinungen  / Unser Bildungssystem muss digitaler werden

Unser Bildungssystem muss digitaler werden

Wenn ich mich heute an meine eigene Schulzeit zurückerinnere, wird diese technisch von Overheadprojektoren, auch bekannt unter dem Begriff Tageslichtprojektor, dominiert. Folien über Folien wurden damals gezeigt, bemalt, beschrieben und bedruckt. Ansonsten war da wenig

Wenn ich mich heute an meine eigene Schulzeit zurückerinnere, wird diese technisch von Overheadprojektoren, auch bekannt unter dem Begriff Tageslichtprojektor, dominiert. Folien über Folien wurden damals gezeigt, bemalt, beschrieben und bedruckt. Ansonsten war da wenig Technologie im Einsatz – wer damals schon in der Lage war, seine Folien mit PowerPoint zu erstellen und anschließend auszudrucken, hatte die Bestnote für sein Referat schon fast sicher.

Inzwischen hat sich das zum Glück verändert. In den meisten Schulen findet man heute Beamer und Computer mit Internetanschluss – oftmals ist inzwischen sogar jedes Klassenzimmer damit ausgestattet. Lehrer hätten damit Zugriff auf unglaublich viele Möglichkeiten. Das Problem dabei: Ihnen fehlt oftmals das Verständnis für diese digitale Vielfalt.

Das ist auch gar nicht böse gemeint, denn man kann von einem Lehrer, der die letzten 20 Jahre ohne diese Medien gearbeitet hat, nicht auf einmal erwarten, dass er das alles versteht. Was es braucht, sind Fachkräfte, die sich mit den digitalen Möglichkeiten wirklich auskennen, die wissen, wie man diese in den normalen Unterricht integrieren kann. Diese Personen müssten ihre Kollegen intensiv schulen und zugleich den Schülern aufzeigen, wie sie von digitalen Medien profitieren können.

Das wäre aber erst der erste Schritt und der ist schon seit mindestens 8 Jahren überfällig. Wenn wir unser Bildungssystem wirklich fit für die digitale Welt machen wollen, müssen wir einen Schritt weitergehen. Wir müssen den Schülern aufzeigen, wie all diese neuen Medien und Technologien wirklich funktionieren – von Grund auf. Wenn wir den Anspruch haben, dass unsere Schüler Fremdsprachen, Naturwissenschaften und die sonst üblichen Inhalte vermittelt bekommen, sollten wir heute auch den Anspruch haben, dass sie zum Beispiel verstehen, wie eine Website aufgebaut ist, was ein Server ist und wozu man Datenbanken verwendet.

Wir sollten ein System schaffen, in dem Schüler nach ihrem Schulabschluss in der Lage sind, die Grundlagen der digitalen Technologien und Medien zu verstehen. Nur so können sie die Zusammenhänge verstehen, nur so lernen sie, welche Möglichkeiten es gibt und nur so würden wir eine tiefergehende Neugier für all das schaffen, was sich im Bereich dieser Technologien entwickelt. Wenn wir Deutschland flächendeckend zu einem ernstzunehmenden Standort für digitale Startups machen möchten, müssen wir die Grundlagen dafür in unserem Bildungssystem schaffen. Wir müssen jetzt die Grundlagen für die digitale Zukunft unserer Wirtschaft schaffen, wenn wir auch noch in 25 Jahren zur globalen Wirtschaftsspitze gehören möchten.

Daniel Fürg absolvierte eine Ausbildung beim Bayerischen Rundfunk und bildete sich an der Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing zum Kommunikationswirt fort. Er gründete verschiedene Onlinemedien, wie zum Beispiel MUNICH's BEST, 100SINS oder Social Secrets und arbeitete unter anderem für den Bayerischen Rundfunk, die Finanzsparte von Siemens, die Sana Kliniken AG und die MAROundPARTNER GmbH. Als Geschäftsführender Gesellschafter von Fürg Media berät er heute Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung ganzheitlicher Kommunikationsstrategien. Daniel Fürg engagiert sich außerdem aktiv als Mitglied des Vorstands im Internationalen PresseClub München e.V. und ist Initiator der Digital Future Conference 48forward.

Review overview