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Lustig diese Taxifahrer…

Seit gestern protestieren Zehntausende Taxifahrer in vielen europäischen Städten gegen Dienste, wie Uber, MyDriver und andere - und zerstören sich dabei quasi selbst. Durch die Streiks und Demonstrationen sorgen sie bei ihren bestehenden Fahrgästen vor

PHOTODUNE / ANDRESRPHOTOS

Seit gestern protestieren Zehntausende Taxifahrer in vielen europäischen Städten gegen Dienste, wie Uber, MyDriver und andere – und zerstören sich dabei quasi selbst. Durch die Streiks und Demonstrationen sorgen sie bei ihren bestehenden Fahrgästen vor allem für eine Menge Unmut – und sie machen sie auch noch auf die neue Konkurrenz aus dem Internet aufmerksam. Kein Fahrgast dieser Welt würde je auf die Idee kommen, diese hausgemachten Probleme der Taxifahrer zu bemitleiden – bis auf wenige Ausnahmen sind diese in der Regel auch nicht wirklich die größten Sympathieträger – und jeder, der schon einmal mit Uber oder einem vergleichbaren Dienst gefahren ist, wird sich gerne von normalen Taxifahrten verabschieden.

Die Taxifahrer haben sich ihr Geschäft in den letzten Jahren selbst zerstört. Sie haben sich auf den regulierten Markt verlassen und versuchen diesen nun zu retten – mit aller Gewalt. Dabei machen sie sich aber kaum Gedanken darüber, wieso Fahrgäste überhaupt auf die Idee kommen, auf all diese neuen Alternativen auszuweichen. Statt einer neuen Service-Offensive sorgen sie mit Streiks und Straßenblockaden für noch mehr Verärgerung bei ihren Fahrgästen.

Und mal ehrlich: Taxifahren ist seit längerer Zeit so etwas ähnliches wie russisches Roulette – man weiß nie, was man bekommt. Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier immer die Regel, aber in den letzten Jahren habe ich trotz exzessiver Taxi-Nutzung nur sehr wenige dieser Ausnahmen erlebt – vielleicht eine pro Jahr. Alle anderen haben entweder keine Ortskenntnis, sind muffelig wortkarg und unfreundlich oder legen nur wenig Wert auf Körperhygiene – von den wenig flexiblen Zahlungsmöglichkeiten mal ganz abgesehen. Warum soll man sich das antun und dafür auch noch Geld bezahlen, wenn es grandiose Alternativen gibt?

Bei Uber steige ich in eine Oberklasse-Limousine, werde freundlich von einem gepflegten Chauffeur begrüßt und werde per Navigationsgerät genau an mein Ziel gefahren. Während der Fahrt genieße ich die Annehmlichkeiten des Fahrzeuges, bekomme ein Wasser angeboten und zahle am Ende im Grunde genauso viel oder ein wenig mehr als bei einer normalen Taxifahrt.

Am Ende des Tages darf es also nicht darum gehen, den regulierten Markt zu retten. Die neue Konkurrenz sollte aus Sicht der Taxifahrer als Ansporn gesehen werden, den eigenen Service zu verbessern. Nur dann kann sich dieses Traditionsgeschäft auch in der heutigen Zeit halten. Aktionen wie die Streiks und Demonstrationen bewirken nur das Gegenteil und lassen Uber jubeln: Allein in London verzeichnete der Dienst 850 % mehr Neuanmeldungen als in normalen Zeiten.

Daniel Fürg absolvierte eine Ausbildung beim Bayerischen Rundfunk und bildete sich an der Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing zum Kommunikationswirt fort. Er gründete verschiedene Onlinemedien, wie zum Beispiel MUNICH's BEST, 100SINS oder Social Secrets und arbeitete unter anderem für den Bayerischen Rundfunk, die Finanzsparte von Siemens, die Sana Kliniken AG und die MAROundPARTNER GmbH. Als Geschäftsführender Gesellschafter von Fürg Media berät er heute Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung ganzheitlicher Kommunikationsstrategien. Daniel Fürg engagiert sich außerdem aktiv als Mitglied des Vorstands im Internationalen PresseClub München e.V. und ist Initiator der Digital Future Conference 48forward.

Review overview
  • avm

    Und schon wieder SO haarscharf daneben, darf man einfach nicht unkommentiert lassem. Taxis sind ein fester Bestandteil des Öffentlichen Personen-Nahverkehrsnetzes (ÖPNV) mit klaren und regulierten Aufgaben. Dazu gehören Krankenfahrten in grossem Umfang, jederzeitige Erreichbarkeit, Mitnahmepflicht etc. pp. Und das ohne angepasste Preise je nach Marktlage (die Kehrseite, die in Deutschland noch nicht greift mangels Nutzern). UBER betreibt Chery Picking, ohne sich dem Markt wirklich auszusetzen. Mit überdimensionierter Motorisierung, gerne mal ein schwarzer Protz-7er für das Klientel, das sowas braucht. Sponsored by Grosskonzern. Fahrer ohne Fahrgastlizenz, im Fall eines Unfalls will ICH nicht mit meiner Versicherung streiten. Nettes Prestigeprojekt, in Deutschland fehlt jeder Beweis der Machbarkeit im Massenbetrieb. Cherry picking ohne rechtliche Grundlage, und was leider traurig ist: Die EU-Kommission befeuert das noch. Aber die wollen ja auch Wasser privatisieren. Nestle hat schon mal Pellegrino gekauft, die sind ja nicht blöd…..

    Trauriger Beitrag hier aus Sicht des Gemeinwohls und aus Sicht des deutschen Mittelstands. Google ist nicht böse. Nur gefährlich. Weitere Infos zum Mittelstand in Bayern: http://www.mittelstandinbayern.de

  • Martin

    Lustig diese Kommentatoren. Keine Ahnung von der Branche, aber sinnleere Artikel verfassen.

    • Daniel Fürg

      Na zu diesem sinnleeren Kommentar gibt es doch sicherlich noch ein wenig mehr Argumentation?

      • Daniel

        na lustig wir freuen uns auf uberbau und wunderbau, wer hat nicht schon von pfusch am bau gehört und Bauarbeiter sind muffelig wortkarg und unfreundlich oder legen nur wenig Wert auf
        Körperhygiene – von den wenig flexiblen Zahlungsmöglichkeiten mal ganz
        abgesehen.

  • IK

    Lustig dieser Artikel-Verfasser …
    Für einen Schluck Wasser ist er bereit den doppelten Taxipreis zu zahlen,
    Lässt sich von technischen Banalitäten wie Navi im Auto tief beeindrucken,
    Denkt und kleidet sich schwarz-weiß

    Und ist sauer, dass Taxifahrer seine Geschwätzigkeit nicht würdigen.

    Sehr geehrter Herr Fürg
    Nach dem Lesen Ihren Artikels werde ich den Eindruck nicht los, dass Sie bei Uber Black verstrahltes und genmanipuliertes Wasser getrunken haben. Wenn Sie nächstes mal unterwegs sind, nehmen Sie ein Fläschchen mit dem deutschen Leitungswasser mit. Langfristig könnte dadurch ihr Geist wieder ins Lot gebracht werden. Es sei den, sie möchten ein Uber-Mensch werden.

    • Daniel Fürg

      Ehrlich gesagt zahle ich bei Uber weniger als bei einer Taxi-Fahrt. Woher Sie die Annahme des doppelten Fahrpreises nehmen, ist mir schleierhaft.

      • IK

        Dass Sie bei Uber weniger als in einer Taxe zahlen, glaube ich Ihnen gerne. Sie haben wahrscheinlich einen Uber-Gutschein eingelöst.

        Ich habe die Preisberechnung einer Taxiapp mit Uberapp genommen. Mehr braucht man nicht. Dem nach sind die Taxen billiger. Bedenken Sie aber, dass die Taxen immer gleiche Tarife haben, egal wie hoch die Nachfrage ist. Bei Uber sieht die Sache etwas anders aus.

        Und natürlich wenn die Uber-Fahrer die Einnahmen nicht versteuern, kann ich mir dann schon vorstellen, dass da was für den Fahrer übrig bleibt.

        • Daniel Fürg

          Seien Sie mir nicht böse, aber Sie haben sich nicht mit Uber beschäftigt. Jeder Uber Black Fahrer ist selbstständiger Unternehmer oder angestellter Fahrer eines Chauffeur-Unternehmens und zahlt entsprechend Steuern. Selbstverständlich ist er auch versichert und versichert auch seine Fahrgäste ausreichend. Ich habe keine Gutscheine verwendet und fahre fast täglich mit Uber – glauben Sie mir, ich kenne die Preissituation mit ca. 20 Uber und Taxifahrten pro Woche.
          Uber Pop ist ein Sonderfall – darüber mag man streiten. Aber das ist nicht ansatzweise das Hauptgeschäft von Uber. Erst recht nicht in Deutschland.

          • IK

            Ich beziehe mich ausschließlich auf Ihren undifferenzierten Artikel. Uber Black ist den Taxifahrern egal. Gegen diese hat niemand demonstriert, denn wir reden hier über Mietwagengeschäft und die Mietwagen gab es in Deutschland schon immer. Und wer auf schwarz-weiß gekleidete Fahrer steht, soll gerne da bestellen.

            Uber Pop und Wunder Car sollen Hobby Taxen spielen, ohne irgendeiner Gewerbeanmeldung. Das geht aber in Deutschland nicht. Wegen diesem Sonderfall haben die Taxifahrer protestiert und wenn Sie seriöser Journalist wären, würden Sie diese Differenzierung in Ihrem Artikel vornehmen. Haben Sie aber nicht. Sondern Sie haben die ganze Branche völlig unsachlich durch den Kakao gezogen.

            Und wenn Sie ein Patriot wären, würden sie einen deutschen Mietwagenanbieter nehmen, welcher seinen Mitgliedern keine 20 % vom Fahrpreis abknöpft. Einen Limusinenservice kann man nicht legal zu Taxipreisen anbieten. Die Kosten würden einen völlig auffressen. Alleine MwSt ist 19 % statt wie bei Taxen 7%. Und wenn Uber noch 20 % für sich einbehält, dann müssten Sie logisch schlussfolgern können, dass die legale Beschäftigung unter einer solchen Last nicht möglich ist. Mit Ihrem Einsatz fördern sie Schwarzarbeit und sorgen dafür dass das fahrende Gewerbe in Deutschland verarmt, damit irgendwelche Ami-Heuschrecken gefüttert werden können.

          • Daniel Fürg

            Wenn ich mir die offiziellen Pressemitteilungen und Aussagen der Taxivereinigungen ansehe, wird hier nicht differenziert. Es geht immer nur um Uber im Allgemeinen. Und wenn man logisch nachdenkt, muss man nun einmal erkennen, dass die Proteste nichts anderes gebracht haben, als neue Nutzer/Kunden für Uber – genau das was die Taxifahrer nun einmal nicht wollten.
            Ich kenne einige Uber-Fahrer hier in München persönlich und weiß, wie deren Kalkulation aussieht – von illegalen Dingen keine Spur. Sie nutzen die Leerzeiten zwischen ihren normalen Chauffeur-Fahrten für Uber und vermeiden dadurch ganz einfach unbezahlte Leerzeit – das ist eine ganz einfache Rechnung.
            Und es ist nun einmal eine Tatsache, dass der Service in deutschen Taxis inzwischen in der Regel grottenschlecht ist. Ich muss allein schon jedes Mal wieder diskutieren, wenn ich mit Kreditkarte zahlen möchte – in der heutigen Zeit ist das lächerlich! Der Zustand der Fahrzeuge lässt in der Regel zu wünschen übrig – kaputte Polster, uralte Modelle, ranzige und ungeputzte Stoffe. Zudem ist die Ortskenntnis der Taxifahrer inzwischen quasi nicht mehr vorhanden. Von Unfreundlichkeit und Hygiene muss ich an der Stelle gar nicht anfangen. Das nennen Sie Service, der das verlangte Geld wert sein soll? Ich sehe das anders und nutze deshalb Alternativen, die mich nicht mehr kosten. Und einen unzufriedenen Uber-Fahrer habe ich bisher nicht gesehen – und das obwohl ich mich oft über deren Geschäft unterhalte.

          • Till

            „Sie nutzen die Leerzeiten zwischen ihren normalen Chauffeur-Fahrten für Uber und vermeiden dadurch ganz einfach unbezahlte Leerzeit – das ist eine ganz einfache Rechnung.“ …. und genau das dürfen sie per Gesetz nun mal nicht, ein Mietwagen darf nicht auf Kundensuche gehen. Dagegen wurde Klage erhoben, das Berliner Landgericht hat zugunsten des Klägers entschieden – aber einen Rechtsstreit abschließend gegen einen Konzern zu gewinnen, ist leider ist nochmal etwas anderes. Dennoch: Genauso könnten Sie hier für illegales Kopieren von Musik Werbung machen, weil es halt praktisch ist und im Zweifel vielleicht schneller geht als der Weg über einen Musikanbieter. Legal, illegal, scheissegal….? Wenn schon, dann sollte man ZUERST eine Gesetzesänderung erwirken, und DANN seinen Service anbieten, anstatt sich einfach über bestehende Regeln hinwegzusetzen.

          • Daniel Fürg

            Sorry wenn ich hier nun auch noch einmal widersprechen muss: Die Chauffeur-Dienstleister gehen nicht auf Kundensuche, sondern bekommen Fahrten über eine App angeboten. Das Landgericht Berlin hat im Übrigen noch gar nichts entschieden. Es hat lediglich einer einstweiligen Verfügung stattgegeben. Ein Urteil oder gar ein Verfahren hierzu steht aus.

          • ichfassesnicht

            Damit kommen Sie vielleicht in der chinesischen Staatszeitung der KP durch… offizielle Pressemeldung zum URTEIL im Eilverfahren u.a. auf Berlin.de (PM21/14 des Landgerichts Berlin) . Nur die Vollstreckung wird nicht umgesetzt, da der Kläger Schadensersatzforderungen in höherer Instanz fürchtet.

          • Freddy_AC

            Schon mal drüber nachgedacht warum der Service teilweise so schlecht ist; warum die Kollegen so unfreundlich sind? Weil ein Großteil der Kunden einen guten Service gar nicht mehr schätzen wissen. In der heutigen „Geiz ist Geil “ Mentalität wollen alle Alles und aber am besten für lau. Ich trage jedenfalls keine 40 Kg Koffer ohne dementsprechende Entlohnung, mal davon abgesehen das wir dazu nicht verpflichtet sind.
            Ich wehre mich wehement gegen die in Ihrem Artikel beschriebene Verallgemeinerung! Zu meinem Kundenstamm zählen Ärzte; Unternehmensberater usw., und das seit Jahren. Die brauchen auch keinen Benz um irgendwelche Dinge zu kompensieren, die schätzen meinen Service und der wird dann auch dementsprechend entlohnt.Ein Wässerchen kostet dann auch was extra!

            Was das Zahlen mit Karte betrifftm, dass halte ich für ein absolutes Unding. Es wird ja schon im Supermarkt das Päckchen Kaugummi mit EC Karte bezahlt – gibt´s denn kein Bargeld mehr ? Bei mir bezahlt jedenfalls keiner mit Karte – wem das nicht passt, der kann ja Uber nehmen!

  • Journalistin

    also mit seriösem Journalismus hat die Nummer hier ja nun wirklich gar nix zu tun… da ist jmd vielleicht einfach besoffen von sich selbst? Mein Rat – einfach vernünftig recherchierte, journalistische Beiträge zu dem Thema lesen, z.B. hier: http://www.zeit.de/mobilitaet/2014-04/taxigewerbe-neuer-dienst-uber

    Zitat: „Mit seinen enormen Geldreserven im Rücken agiert Uber wie ein Raubritter, der es sich leisten kann, Regeln nicht allzu eng auszulegen. Das führt zu einer absurden Situation: Der in Berlin klagende Taxibetreiber konnte zwar vor dem Landgericht eine einstweilige Verfügung durchsetzen, will diese aber nicht vollstrecken – Uber hat angekündigt, sich durch sämtliche Instanzen zu klagen. Sollte der kleine Unternehmer mit seinen vier Taxen und neun Angestellten später einmal verlieren, fürchtet er massive Schadensersatzforderungen. Uber kann also einfach weitermachen. “

    Das ist dann zwar nicht mehr ganz so „lustig“, aber unseren Autor schert das halt Null.

  • journalistin

    leider wurde mein Beitrag zensiert. Nochmals, wer ernsthaften Journalismus und nicht Eigen-Marketing (der Autor vergibt Uber-Gutscheine für seine Veranstaltungen) zu dem Thema lesen will, der klicke z.B. hier: http://www.zeit.de/mobilitaet/2014-04/taxigewerbe-neuer-dienst-uber

  • Mao Tsetung

    Sehr nett gestreamlined, die Kommenare hier, wirklich. Die KP der VR China könnte es nicht besser, ganz arg journalistisch und kritikoffen und gar nicht zensurbetont. Und jetzt: schnell löschen bitte, bevor der KP Chef aufwacht.