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Warum wir Projekte wie Krautreporter unterstützen müssen

In unserer heutigen Zeit wird es immer schwieriger, die Zusammenhänge des Weltgeschehens zu erfassen und zu verstehen. In diesen schnelllebigen Zeiten der Globalisierung erfordert es Sachverstand und immensen Recherche-Aufwand, um die Hintergründe zu den vielen

Photodune / Ollyi

In unserer heutigen Zeit wird es immer schwieriger, die Zusammenhänge des Weltgeschehens zu erfassen und zu verstehen. In diesen schnelllebigen Zeiten der Globalisierung erfordert es Sachverstand und immensen Recherche-Aufwand, um die Hintergründe zu den vielen Nachrichtenmeldungen zu verständlichen journalistischen Beiträgen zu verarbeiten. Doch welche Meldungen sind wirklich wichtig? Diejenigen, die für Reichweite und Klicks in den jeweiligen redaktionellen Formaten sorgen (und damit für Umsatz) oder diejenigen, die in der Regel weitaus komplexer und unter Umständen weniger massentauglich sind, dafür aber unsere Welt nachhaltig verändern?

In Zeiten von Zukunftsängsten und sinkenden Print-Auflagen bei Verlagen und Medienunternehmen gewinnen in der Regel diejenigen Geschichten, die für Umsätze sorgen. Diese werden dann genau so lange ausgeschlachtet, bis sich ein neuer inhaltlicher Geldesel findet, der noch mehr Aufmerksamkeit erzeugt. Gerade in der heutigen Zeit wird dieses Vorgehen unserer Nachrichtenlage aber absolut nicht gerecht. Das führt dazu, dass wichtige Informationen und Meldungen entweder zu schnell wieder aus dem Fokus verschwinden, nicht gründlich recherchiert wurden oder gar nicht erst in unserem Blickfeld auftauchen.

Diese umsatzgetriebene Festlegung des redaktionellen Fokus sorgt zu einer Wahrnehmungsverschiebung in unserer Gesellschaft. Wir beschäftigen uns wochenlang mit unwichtigen aber skandalträchtigen Meldungen, während am anderen Ende der Welt hunderte oder gar tausende Menschen ihr Leben lassen müssen – schließlich lässt sich mit den leicht verständlichen Promi- oder Politiker-Skandalen hierzulande weitaus mehr Umsatz generieren als mit komplexen weltgeschichtlichen Zusammenhängen. Die wirklich wichtigen Vorgänge des Weltgeschehens bleiben für uns dadurch aber meist im Verborgenen oder verschwinden in der Unverständlichkeit.

Krautreporter möchte das ändern. Die hochkarätig besetzte 25-köpfige Redaktion hat es sich zum Ziel gesetzt, unabhängigen und qualitativ hochwertigen Journalismus zu liefern, der sich nicht nach Klickzahlen orientiert, sondern mit echten journalistischen Maßstäben misst. Das kann sich nicht rechnen? Kann es doch: 15.000 Unterstützer werden derzeit gesucht, die bereit sind, eine Jahresmitgliedschaft zum Preis von – im Vergleich zu Abonnements der uns allen bekannten Zeitungen geradezu lächerlichen – 60 Euro im Jahr. Bis zum 13. Juni 2014 möchte man die benötigte Mitgliederzahl erreichen – schon wenige Tage nach dem Start der Sammlungsaktion zählt das Projekt heute mehr als 3.500 Mitglieder.

Wenn wir unsere Wahrnehmung nicht weiter von den Umsatzinteressen der Verlags- und Medienhäuser leiten lassen möchten, müssen wir Projekte wie Krautreporter unterstützen. Sie tragen zu einer wichtigen Erweiterung unserer journalistischen Landschaft bei und schützen uns alle davor, dass wir wichtige Vorgänge entweder nicht verstehen oder gar nicht erst bewusst wahrnehmen.

Daniel Fürg absolvierte eine Ausbildung beim Bayerischen Rundfunk und bildete sich an der Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing zum Kommunikationswirt fort. Er gründete verschiedene Onlinemedien, wie zum Beispiel MUNICH's BEST, 100SINS oder Social Secrets und arbeitete unter anderem für den Bayerischen Rundfunk, die Finanzsparte von Siemens, die Sana Kliniken AG und die MAROundPARTNER GmbH. Als Geschäftsführender Gesellschafter von Fürg Media berät er heute Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung ganzheitlicher Kommunikationsstrategien. Daniel Fürg engagiert sich außerdem aktiv als Mitglied des Vorstands im Internationalen PresseClub München e.V. und ist Initiator der Digital Future Conference 48forward.

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