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Jedes Unternehmen hat spannenden Content zu bieten!

Wenn es um Content Marketing und die dazugehörigen Strategien geht, höre ich von vielen Unternehmen immer wieder, dass sie sich nicht vorstellen können, welche Inhalte ihre Zielgruppe langfristig interessieren könnte. Meine Antwort darauf: "Sie haben

Wenn es um Content Marketing und die dazugehörigen Strategien geht, höre ich von vielen Unternehmen immer wieder, dass sie sich nicht vorstellen können, welche Inhalte ihre Zielgruppe langfristig interessieren könnte. Meine Antwort darauf: „Sie haben ja gar keine Vorstellung davon, wie spannend Ihr Unternehmen sein kann und welcher Content sich daraus entwickeln kann!“. Jedes Unternehmen hat interessanten Content zu bieten – da gibt es keine Ausnahmen und dabei spielt es keine Rolle, ob wir uns im B2B- oder B2C-Umfeld bewegen.

Doch warum kommt es immer wieder dazu, dass ausgerechnet Vertreter der Unternehmensleitung oder -kommunikation behaupten, dass es nicht ausreichend Content im Unternehmen gibt? Das ist eigentlich ganz einfach erklärt: Kommunikationsprofis in Unternehmen haben sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten vor allem damit beschäftigt, Informationen über Neuigkeiten zu verbreiten – neue Produkte, neue Mitarbeiter, neue Geschäftsfelder, neue Standorte und vieles mehr. Wenn wir von Content Marketing sprechen, zählen aber nicht nur die Neuigkeiten, sondern das Unternehmen als großes Ganzes mit all seiner Geschichte, seinen Mitarbeitern, seinen Technologien und historischen Errungenschaften. Hierüber muss man sich zunächst einen Überblick verschaffen. Nur mit einer Gesamtschau auf alle bestehenden Stories innerhalb eines Unternehmens, kann man sich Gedanken zu Content Marketing machen.

Dabei ist es, wie gesagt, völlig unerheblich, ob es sich um ein B2B- oder B2C-Unternehmen handelt – jedes Unternehmen hat Geschichten und Hintergrundinformationen zu erzählen, die für eine bestimmte Zielgruppe interessant sind. Die Wurzeln dieses Contents müssen lediglich ausgegraben und entwickelt werden. Unter Umständen kann es im B2B-Umfeld sogar einfacher sein, eine Content Marketing Strategie zu entwickeln, da man die Zielgruppe hier meist noch viel besser kennt, als die vieler B2C-Unternehmen.

Bei der ganzen Sache gibt es allerdings ein großes ABER: Wer sich mit Content Marketing beschäftigen möchte, muss sich darüber im Klaren sein, dass man hierfür viele, wenn nicht gar alle Unternehmenseinheiten miteinbeziehen muss. Hierarchien darf es hierbei nicht gehen – der Fließbandmitarbeiter hat ebenso gute Geschichten zu erzählen, wie der CEO des Unternehmens. Nur wer das versteht, kann wirklich gutes, vielschichtiges und interessantes Content Marketing betreiben. Es gilt herauszufinden, was im eigenen Unternehmen geschieht, welche Besonderheiten es gibt, wie die Produkte produziert oder die Dienstleitungen geleistet werden, warum man Dinge macht, wie man sie macht – das ist eine Herausforderung, aber es ist eine, der man sich stellen sollte. Wer ein Unternehmen wirklich gut versteht, kann auch Content produzieren, der die Zielgruppe interessiert.

Daniel Fürg absolvierte eine Ausbildung beim Bayerischen Rundfunk und bildete sich an der Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing zum Kommunikationswirt fort. Er gründete verschiedene Onlinemedien, wie zum Beispiel MUNICH's BEST, 100SINS oder Social Secrets und arbeitete unter anderem für den Bayerischen Rundfunk, die Finanzsparte von Siemens, die Sana Kliniken AG und die MAROundPARTNER GmbH. Als Geschäftsführender Gesellschafter von Fürg Media berät er heute Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung ganzheitlicher Kommunikationsstrategien. Daniel Fürg engagiert sich außerdem aktiv als Mitglied des Vorstands im Internationalen PresseClub München e.V. und ist Initiator der Digital Future Conference 48forward.

Review overview
  • http://www.advatera.com/ Volker Grünauer

    Genau getroffen – diese Fehleinschätzung (‚wir haben keinen interessanten Content‘) haben wirklich viele Unternehmen.

    Eines würde ich noch hinzufügen: Unternehmen muss auch bewusst sein, dass Inhaltsgestaltung Geld kostet und Ressourcen benötigt. Noch immer viel zu oft hört das Projektbudget bei der Implementierung der Webseite oder dem Roll-Out auf. Für wirklich guten Content bleibt dann nichts mehr über…

  • Sascha Gutzler

    Stimmt voll und ganz. Trotzdem finde ich den Artikel etwas dürftig. Und man merkt, dass er „nur“ geschrieben wurde, um User auf die Seite zu locken und eventuell eine Dienstleistung zu verkaufen.

    • Daniel Fürg

      Ihren Kommentar finde ich jetzt etwas widersprüchlich. Ich muss Ihnen auch widersprechen: Wir verkaufen hier keine Dienstleistungen, sondern versuchen interessanten Content zu bieten.

  • http://www.7webwunder.de/ 7webwunder

    Danke für diesen interessanten Artikel! Der Kernbotschaft des Artikels stimme ich voll und ganz zu. Allerdings gilt es zu bedenken, daß viele Unternehmen an einer chronischen Innensicht leiden, die sie in vielen Fällen daran hindert, Content konsequent auf den Nutzen für die Zielgruppe auszurichten. Klare Vorteile des Content Marketing ggü. klasschischem Advertising werden damit vertan.

  • http://www.lisa-sprachreisen.de/ Elke Greim

    Danke Daniel Fürg für den Artikel. Ich muss leider Volker Grünauer und 7webwunder wiedersprechen. Das ist kein interessanter Artikel, weil ihm der Inhalt fehlt. Die These, die aus nicht mehr als einer Überschrift besteht, jedes Unternehmen biete interessanten Content, wird nicht belegt. Der Autor, der beim Bayernischen Rundfunk arbeitet und dadurch eigentlich über die Grundsätze des Journalismus informiert sein muss, hat sich zu einem Artikel hinreißen lassen, in der Hoffnung, breite Zustimmung von einem Teil der Netzgemeinde zu bekommen. Er bedient sich dabei der einfachen Formel: die Großen verstehen die Kleinen nicht – oder – die Großen (Politiker, Unternehmer, Unternehmen usw.) verstehen das Social Media nicht. Das gibt in der Regel Beifall – und ist in der Regel falsch.
    Meine Frage ist, welche Beispiele, mit Quellenangabe, es von Unternehmern gibt, die behaupten, dass sie keinen interessanten Content hätten. Mir sind solche Aussagen nicht bekannt und ich halte sie für erfunden. Woher nimmt der Autor an, dass man „dies immer wieder höre“?

    Es gibt tatsächlich eine Reihe von Unternehmen, die so langweilige Produkte herstellen, dass sie keinen Content zu bieten haben, denken wir mal an den Hersteller von Beilagscheiben. Natürlich kann der Hersteller von Beilagscheiben seine Leser einmal in seine Welt der Produktion von Beilagscheiben mitnehmen, das ist (social slumming) sicherlich interessant, aber eben nur einmal.

    Meine Wenigkeit – ich bin, wenn das hier im Blog erlaubt ist zu erwähnen (sonst bitte löschen), ein Social Media Manager der ersten Stunde und Sprachreiseveranstalter – und hätte theoretisch unendlich guten Content zu veröffentlichen, alles rund um das Sprachenlernen und rund ums Reisen. Ich könnte z.B. einen Reiseführer, eine Liste der besten Clubs der Welt, eine Liste der besten Hotels, besten Restaurants ect. aus erster Hand zusammenstellen und ins Netz stellen. Und dennoch, obwohl mein Thema spannend ist, ist das Storytelling unendlich schwer, nicht zuletzt, weil die kritische Massen in Google+ einfach noch nicht erreicht ist und die Netzgemeinde allem kommerziellen sehr kritisch gegenüber steht. Die einigen wenigen Unternehmen, die das Storytelling mit Content im SM schaffen, z. B. Red Bull, sind an einer Hand zu zählen.

    Ich sehe in Daniel Fürgs medialem und journalistischem Schaffen großes Potential und hoffe, dass er dies ausschöpft.

    Viele Grüße
    Elke Greim
    Erreichbar: google/+ElkeGreim

    • Daniel Fürg

      Zunächst vielen Dank für Ihren ausführlichen Kommentar. Nun möchte ich diesem auch gerecht werden und nehme mir etwas Zeit, um ebenso ausführlich zu antworten.
      Erst einmal muss ich eine Sache korrigieren: Ich bin nicht Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks – ich war dort aber in meiner Laufbahn tätig. Durchaus gebe ich Ihnen aber Recht, dass mir journalistische Grundsätze bekannt sind.

      Sie haben Recht, ich beginne mit einer These. Mein Ziel in diesem Beitrag ist es aber nicht, diese These zu belegen – das ist auch gar nicht möglich. Es gibt keine Quellenangaben, die man hierzu zitieren könnte, das sind Erfahrungswerte – meine eigenen und die vieler anderer Gleichgesinnter. Es geht auch nicht um Groß gegen Klein – hier kämpft niemand gegen den anderen. Es geht vielmehr darum, dass oftmals ein Verständnis für das Thema fehlt – Menschen, die in einem Unternehmen arbeiten, können oftmals nicht erfassen, dass es eine Menge spannende Themen gibt, die auch andere Personen oder eben sogar potenzielle Kunden interessieren könnten. Das liegt sicherlich auch daran, dass man nach einiger Zeit in einem Unternehmen betriebsblind wird und vieles in den eigenen Augen zum Alltag wird, was eigentlich gar nicht so gewöhnlich ist.

      Und nun muss ich Ihnen bedauerlicherweise vehement widersprechen. JEDES Unternehmen hat interessanten Content zu bieten – ausnahmslos! Man muss diese Themen nur finden. Auch der Hersteller von Beilagscheiben kann innerhalb des Unternehmens interessante Inhalte finden. Hierbei muss es übrigens thematisch nicht immer nur ausschließlich um das Produkt gehen. Es gibt so viele Dinge, die täglich in einem Unternehmen geschehen, so viele interessante Dinge, die für die jeweilige Zielgruppe interessant sein können. Das muss nicht immer ein fachlicher Beitrag sein, sondern kann auch einmal völlig Off-Topic, fernab der Produkte, aber dennoch im Zusammenhang mit dem Unternehmen sein.

      Und bitte seien Sie mich nicht böse, aber ich selbst bin sehr aktiv in der Touristikbranche unterwegs, habe unter anderem Reiseportale gegründet und kann Ihre Sicht absolut nicht nachvollziehen. Gerade dieses Thema wimmelt nur so von spannenden Themen, die man wunderbar verpacken und seiner Zielgruppe präsentieren kann.

      Und – mit Verlaub – wenn ich mir den Content ansehe, den Sie in Ihren Social Media Kanälen über die von Ihnen angebotenen Sprachreisen ansehe, hat das nicht viel mit interessantem spannenden Content zu tun. Sie sollen ihrer Zielgruppe nicht das präsentieren, was sie sowieso schon wissen; nicht das, was sie überall anders auch lesen können. Sie brauchen einzigartigen Content; Themen, die man sonst nicht so leicht findet. Emotional aufbereitet und hochwertig präsentiert. Dass Waikiki schöne Strände hat, weiß jeder – das ist keine Neuigkeit, dafür muss man nicht ihrem Social Media Auftritt folgen. Das hat auch nichts mit Content Marketing oder einer guten Content Strategie zu tun.

      Ich möchte Sie – um das noch einmal klarzustellen – mit meiner Antwort auch gar nicht angreifen oder bloßstellen. Mir ging es nur darum, noch einmal deutlich zu machen, worum es mir geht und zu versuchen, verständlich zu machen, was Content Marketing eben genau nicht ist.

      • http://www.lisa-sprachreisen.de/ Elke Greim

        Ihnen danke ich für die ausführliche Antwort auf meinen Kommentar. Ich habe in der Zwischenzeit ihren Lebenslauf auf Google+ studiert; ich freue mich sehr auf regen Austausch.
        Ich bleibe bei meiner Position, dass Sie sich hinreißen ließen, einen Artikel zu schreiben, in der Hoffnung und Erwartung, er stosse bei ihrer Audience auf Beifall. Sie verwenden dabei ein populäres Wir-Ihr-Muster, das man, neben dem ebenso populären Ratgeberjournalismus, häufig in den sozialen Medien dieser Tage, besonders häufig auf Google+, findet – (wir, als Mitglieder der sozialen Gemeinde wissen es wie´s geht, ihr, die Spezies der Unternehmer und Führungskräfte, wisst es nicht).
        Mit einem Erfahrungswert, auch wenn man die Naherfahrungen der Freunde mit einbezieht, muss man bei einem öffentlichen Artikel vorsichtig umgehen, gesichertes Wissen entsteht dadurch nicht. Persönliche Erfahrung reicht auch nicht aus, um ihre These zu formulieren.

        Sie haben recht, dass jedes Unternehmen interessanten Inhalt aufbereiten und veröffentlichen kann, an dieser Stelle muss ich mich korrigieren; einem Reiseveranstalter für Sprachreisen dürfte das aber leichter fallen als einem Beilagscheibenhersteller, um im Bild zu bleiben – aber vielleicht täusche ich mich da.

        Ich meinte aber viel mehr, dass es schwierig für einen Beilagscheibenhersteller sei, guten Content in den Sozialen Medien öffentlichkeitswirksam zu verbreiten. Die kritische Masse ist in den Sozialen Medien hierfür noch nicht erreicht. Eine gute Geschichte ließe sich über das Fernsehen einer großen Teil der Bevölkerungsschicht erzählen, der selbe Inhalt dieser guten Geschichte stieße in den Sozialen Medien auf kein Interesse, im Idealfall auf ein paar gähnende Plus. Gegenbeispiele von Unternehmen, die starke Reaktionen der Öffentlichkeit auf ihre Arbeit in den Sozialen Medien erhalten, sind mir herzlich willkommen. Selbst der öffentlich-rechtliche Sender ARD „schafft“ es, in manchen Blogbeiträgen, keinen einzigen Kommentar zu erhalten, von der Causa Schumacher mal abgesehen.

        Ihre Analyse über die Spannungsgeladenheit der Inhalte von LISA! Sprachreisen in den Sozialen Kanälen trifft den Kern. Hier besteht, so wie im ganzen Netz, viel Potential.

        Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend

        Elke Greim
        Erreichbar: google.de/+ElkeGreim

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    • http://www.7webwunder.de/ 7webwunder

      Danke Elke Greim für Ihren vehementen Widerspruch! In der Tat stellen viele Unternehmen für uns Berater eine echte Herausforderung dar, weil die Geschichten nicht gerade sprudeln. Ebenso möchte ich aber Daniel Fürg für seine vielleicht reisserische aber doch sehr inspirierende Headline danken. Denn Content Marketing beschränkt sich mE nicht nur auf die Story eines Unternehmens. Sieht man den Schwerpunkt des Content Marketing in der Schaffung von Nutzwert durch Content, so ist es eine Frage der Kreativität dies gegebenfalls auch mit fremden Mitteln einzulösen. Beispiel: Jedes Unternehmen kann sich als Kurator fremder Inhalte positionieren, indem es nützliche Inhalte aus dem Netz filtert und aufbereitet. Auch so kann ein Unternehmen spannenden Content bieten. Was meinen Sie?

      • Daniel Fürg

        Vielen Dank – sehr schön auf den Punkt gebracht! :-)

      • http://www.lisa-sprachreisen.de/ Elke Greim

        Meine Rede seit vielen Jahren; über kurz oder lang, wird jedes Unternehmen zur Zeitung, zum Lexikon, zur Suchmaschine und expandiert damit automatisch vertikal. Jetzt sind wir in der Philosophie angelangt, das war wohl nicht die Absicht des Autors, ich höre daher an dieser Stelle mit der Gedankenentwicklung auf.

        Viele Grüße, Elke Greim